Reisbacher Musikanten in Dubai

Dingolfinger Anzeiger / Landauer Zeitung / Landauer Neue Presse im August 2006:

Eine achttägige Reise führte die Musiker unter der Leitung von Johannes Graßl in das Wüsten-Emirat Dubai am Persischen Golf. Musikalischer Höhepunkt war ein Auftritt im neu erbauten Ski-Zentrum.

Eine traditionelle orientalische Stadt ist Dubai schon lange nicht mehr. Denn seit vor über 40 Jahren riesige Erdölvorkommen unter dem unfruchtbaren Wüstensand entdeckt wurden, entwickelte sich die einstige Fischer- und Perlentauchersiedlung zur modernsten und luxuriösesten Metropole im gesamten Orient. Gleich am ersten Tag nach der Ankunft im heißen Wüstenklima konnten die Reisbacher Musikanten diese Entwicklung bei einer ausführlichen Stadtbesichtigung nachvollziehen: beeindruckende Hochhausriesen, elegante Hotelkomplexe, künstliche Inseln vor der Küste und scheinbar unzählige riesige Shopping-Center dokumentieren den Reichtum dieser Region, in der Trinkwasser doppelt so teuer ist wie Benzin.

Aus einer ganz anderen Perspektive erlebten die bayerischen Gäste die moderne, beleuchtete Skyline Dubais während einer abendlichen Schifffahrt auf einer traditionellen Dhow. Entlang eines natürlichen Meersarms, der die Stadt in zwei Teile zerschneidet, führte die romantische Route bei einem Candellight-Dinner bis zum Persischen Golf.

Das Erdöl machte die Vereinigten Arabischen Emirate reich. Und gerne zeigt man auch diesen Wohlstand. Eines der berühmtesten Beispiele dafür ist das Hotel Burj al Arab, das als eines der luxuriösesten Hotels der Welt gilt. Seine besondere Architektur in Form eines riesigen Segels und seine besondere Lage auf einer künstlichen Insel vor der Küste haben das Hotel zum Wahrzeichen der Stadt Dubai gemacht. Natürlich war es ein ganz besonderes Erlebnis für die Reisbacher, einen Nachmittag in der Luxus-Herberge verbringen zu dürfen. Beim „Afternoon-tea“ im 27. Stock des Hotels eröffnete sich für die bayerischen Besucher ein atemberaubender Ausblick auf das Arabische Meer und die moderne Wüstenstadt.

Ein Besuch in Dubai wäre sicherlich unvollständig, wenn man nicht die unmittelbar vor den Toren der Stadt liegende Sandwüste hautnah erleben würde. Deshalb unternahmen die Gäste aus dem Vilstal während ihres Aufenthaltes auch eine eintägige Wüstensafari. Erfahrene Chauffeure kutschierten die Reisbacher in einem Konvoi von Geländewägen aus der Stadt hinaus in die endlose Dünenlandschaft. Die Fahrt dorthin glich aber weniger einer Autofahrt als mehr dem Besuch einer Achterbahn, denn der Weg führte abseits der wenigen Straßen quer über die steilen Sanddünen. Scheinbar am Ende der Welt richteten die Organisatoren ein Wüsten-Camp für das abendliche Grillbuffet ein. Bei Lagerfeuer unterm Sternenhimmel, orientalischem Bauchtanz und traditioneller Wasserpfeife bot sich für die Niederbayern eine äußerst eindrucksvolle und fast schon märchenhafte Stimmung, die den Tag in der Wüste zu einem unvergesslichen Erlebnis werden ließ.

Bei Sommertagen mit bis zu 50°C ist es gut nachvollziehbar, dass sich auch die Bewohner der Wüstenstadt selbst nach angenehmen Abkühlungen sehnen. Vor kurzem entstand daher eine der bislang wohl unglaublichsten Attraktionen: Die Skihalle „SkiDubai“, in der täglich bis zu 2000 Besucher auf der Piste oder der Rodelbahn die Alpen im Kleinformat erleben können.

Um diese Kopie der bayerischen Berge zu vervollkommnen, engagierten die Betreiber der Skihalle die Reisbacher Musikanten, um an einem Tag auch musikalisch für die entsprechende Stimmung zu sorgen. Schon das Eröffnungskonzert in der Eingangshalle des Skizentrums, das direkt an die größte Shopping-Mall Dubais mit über 450 Geschäften angeschlossen ist, zog sehr viele interessierte internationale Besucher an. Anschließend wurden die Musikanten von den Betreibern der Skihalle mit warmer Skikleidung ausgestattet, um für den zweiten Teil des spektakulären Auftritts gewappnet zu sein: Bei -1°C in der „Talstation“ präsentierten die Reisbacher bayerische Blasmusik und ließen so manchen Besucher vergessen, dass man sich nach wie vor in der arabischen Wüste und nicht in den Alpen befand.

 „Die Welt nach Dubai bringen“ lautet ein Motto der Wüstenstadt am Persischen Golf, was in zahllosen kostspieligen Bauwerken und Projekten offensichtlich gelungen ist. Auch die Reisbacher Musikanten duften bei ihrer Reise in die Vereinigten Arabischen Emirate einen Beitrag dazu leisten, dass ein kleines Stück Bayern nach Dubai gebracht wurde. Nach einer Woche im Orient mit beeindruckenden Bildern, herzlicher Gastfreundschaft der Araber und einem sehr erfolgreichen musikalischen Auftritt freute man sich bei der Ankunft in Bayern – zumindest kurzfristig – auf eine Sache, um die uns die Dubaier bei allem Reichtum oftmals beneiden: kühles Regenwetter.